Weltweit sind offenbar Tausende Anleger auf eine großangelegte Forex Abzocke aus Neuseeland hereingefallen. Über die Platform NoaFX haben Anleger in Forex- und Derivatehandel investiert. Die geprellten Anleger konnten auf ihrem Online-Konto zwar verfolgen wie sie angeblich ständig höhere Gewinne erwirtschafteten, konnten diese Gewinne jedoch nicht oder nur teilweise abbuchen.

Auszahlungsverlangen, vorallem wenn es sich um große Summen handelt (< 100.000 USD) werden mit dem Verweis auf „technische Probleme“ verweigert. Anleger werden über das Internet und gezielt aus Europa angeworben. Hier aus der Kanzlei kennen wir Fälle mit Geschädigten aus der Schweiz, Deutschland, und Spanien. Die eingezahlten Beträge verschwinden auf Konten in Malaysia, so dass ein etwaiger Zugriff durch die neuseeländische Justiz faktisch aussichtslos erscheint.

Die Plattform noafx.com wird trotzdem weiterhin betrieben obwohl die dahinterstehende Capital Market Investments Limited (CMI), eine neuseeländische Gesellschaft, bereits im März 2016 aus dem Handelsregister gestrichen wurde.

Dennoch wirbt die NoaFX weiterhin auf ihrer Website mit der angeblichen Lizensierung und Regulierung durch neuseeländische Behörden: „NoaFX.com is owned and operated by Capital Market Investments Limited (CMI)“ (letzter Stand 5. Juli 2016).

Gutgläubige Anleger fallen massenhaft auf diese irreführenden Angaben herein. Richtig ist, dass NoaFX bzw. die CMI nicht als Finanzdienstleister in Neuseeland lizenziert ist. Auf eine Beschwerde hin bestätigt dies auch die hiesige Finanzaufsicht (Financial Market Authority oder FMA):

„Dear Bianca

Thank you for the information contained in your complaint to the FMA.

This email is to advise you that Capital Market Investments Limited (CMI) is not, and has never been, licensed or authorised by the FMA.

CMI has recently been deregistered from the Financial Service Providers Register and is currently under notice for striking off by the Registrar of Companies as you are already aware of. […]“

NoaFX akzeptiert keine amerikanischen oder neuseeländischen Anleger. Gerade deshalb erklärt sich die FMA für gänzlich unzuständig, da NoaFX keine Finanzdienstleistungen an Neuseeländer anbietet. Auf eine Beschwerde hin erlies die FMA lediglich einen Warnhinweis auf ihrer Website.

Forex Abzocke aus Neuseeland – Finanzaufsichtsbehörde ist machtlose

Eine andere Handhabe, um gegen diesen Betrug vorzugehen, hat die Finanzaufsicht nicht. Diesbezüglich teilt die FMA mit:

„We are currently not aware of Capital Market Investments Limited (CMI) having any NZ resident clients. Financial services provided to overseas clients must be in compliance with relevant overseas jurisdiction laws and are not subject to the same requirements similar that apply to financial services offered to NZ based clients. As such, FMA’s regulatory ambit is limited and does not extend to ensuring that financial services provided to overseas clients are in compliance with relevant overseas laws. Hence our comment that CMI is not regulated by the FMA“.

Diese Begründung ist enttäuschend, denn die CMI war bis Mitte März 2016 als neuseeländische Gesellschaft im Handelsregister registriert. Weshalb es einer neuseeländischen Gesellschaft erlaubt sein soll betrügerische Finanzdienstleistungen an Ausländer (solange nicht Kiwis betroffen sind) anzubieten ist gänzlich unverständlich. Mit der Streichung aus dem Handelsregister bzw. Register für Finanzdienstleister allein wird der Forex Abzocke aus Neuseeland kein Einhalt geboten.

Weshalb die neuseeländischen Behörden für das die CMI nur dann verantwortlich sein sollen, wenn es sich um neuseeländische Anleger handelt ist unverständlich und weist auf ein ordnungspolitisches Versagen hin.

Derweil wird die Liste der Geschädigten Anleger immer länger.

In einer zunehmend hoch entwickelten und organisierten internationalen Kriminalität, ist es unerlässlich, dass ein Staat über robuste Systeme und Kontrollen verfügt, um Betrug und sonstige finanzielle Verbrechen zu verhindern bzw. aufzudecken und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften zu gewährleisten. Das ist dem neuseeländischen Gesetzgeber und den Regulierungsbehörden hier nicht gelungen. Dies schadet dem Ansehen und Ruf Neuseelands – vorallem in der Finanzwelt.