Investieren in Neuseeland

December 5, 2013 by
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Investieren in Neuseeland

Investitionen sind der Treibstoff für Wachstum, Arbeitsplätze und Wohlstand. Neuseeland ist in besonderem Maße auf ausländische Investitionen angewiesen. Etwa zwei Drittel, der NZ$ 304.1 Milliarden ausländischer Direktinvestitionen, kommen aus Australien, den USA, und Groß Britannien (Stand 31. March 2012).

Der Anteil von ausländischem Risikokapital ist besonders im IT-Bereich hoch, denn dort kommt der Erfindungsreichtum der Kiwis besonders gewinnbringend zum Tragen. Allerdings stehen Kiwi Unternehmer und Gründer zunehmend vor der Herausforderung, sich den Erwartungen des globalen Marktes anzupassen und ihre Innovationen gewinnbringend zu kommerzialisieren.

An einem Drittel der neuseeländischen IT Unternehmen sind ausländischen Investoren beteiligt. Ungefähr ein Fünftel aller ausländischen Investoren sind mit mehr als 50% an neuseeländischen IT-Unternehmen beteiligt.

Ob ein Land für ausländische Investoren attraktiv ist hängt im wesentlichen von den wirtschaftlichen, (steuer) rechtlichen, und kulturellen Rahmenbedingungen ab. Zu den allgemeinen wirtschaftsrechtlichen Rahmenbedingungen habe ich in einem anderen Artikel schon Stellung genommen. In diesem Artikel werde ich den gesetzlichen Rahmen für ausländische Investitionen kurz erläutern.

Investitionsgesetz – Overseas Investment Act 2005

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für ausländische Investitionen in Neuseeland werden durch das Auslands Investionengesetz (Overseas Investment Act 2005) und der Verordnung für Auslands-Investitionen (Overseas Investment Regulations 2005) geregelt.

Investitionsvorhaben, die sich auf wassernahe oder größere neuseeländischen Immobilien („sensitive land“) oder den Erwerb einer wesentlichen Beteiligung an einem neuseeländischen Unternehmen („significant business assets“) beziehen, müssen durch das Overseas Investment Office überprüft werden.

Grundsätzlich gilt: Der Erwerb einer wesentlichen Beteiligung an einem neuseeländischen Unternehmens ist mit weitaus weniger Hindernissen verbunden als der Erwerb von größeren oder „sensiblen“ Immobilien.

Zunächst stellt sich die Frage, was unter einem ausländischen Investor (overseas person) zu verstehen ist.

Ausländischer Investor – Overseas person

Unter einem ausländischen Investor versteht das Gesetz jede natürliche Person, die nicht in Neuseeland ansässig ist, sowie jede juristische Person oder Treuhandgesellschaft (trust), an der ein ausländischer Gesellschafter mit 25 Prozent oder mehr beteiligt ist.

Erwerb von neuseeländische Unternehmensanteilen 

Die Gründung eines neuseeländischen Unternehmens bei dem der Gründungskostenaufwand mehr als NZ$100 Millionen beträgt muss vom Overseas Investment Office überprüft werden. Das gilt auch für den Kauf eines neuseeländischen Unternehmens bei dem der Kaufpreis NZ$100 Millionen überschreitet, eine Unternehmensbeteiligungen im Wert von mehr als NZ$100 Millionen erworben wird, oder die angestrebte Beteiligungsquote bei 25 Prozent oder mehr liegen soll.

Von diesen Grundsätzen gibt es allerdings eine Vielzahl von Ausnahmen, welche in der Verordnung zum Overseas Investment Regulations 2005 festgelegt sind.

Erwerb einer neuseeländischen Immobilie

Der Erwerb eines Grundstückes, das im ländlichen Bereich liegt, ist immer dann  genehmigungspflichtig, wenn es grösser als fünf Hektar ist. Aber auch kleinere Grundstücke unterliegen der Genehmigungspflicht, wenn z.B. die zu erwerbende Immobilie in der Nähe oder direkt an einem Fluss, See oder am Meer gelegen ist.

Der Erwerb von Immobilien, die unter die Genehmigungspflicht fallen, kann sich mitunter schwieriger gestalten, denn es muss nachgewiesen werden, dass der Erwerb der Immobilie für Neuseeland einen wirtschaftlichen Vorteil erbringt. Damit sind im wesentlichen wirtschaftliche und strategische Vorteile gemeint, also z.B. das Entstehen von Arbeitsplätzen, erhöhte Produktivität und Wissens- und Technologietransfer.

Steuerrechtliche Aspekte

Einige steuerrechtliche Vorteile Neuseelands will ich auch noch kurz hervorheben:

  • Ausländische Investoren werden durch steuerrechtliche Vorteile begünstigt. Wer sich zum Beispiel an einem neuseeländischen Unternehmen beteiligt, das nicht an der Börse notiert ist, kann von verschiedenen steuerrechtlichen Vorteilen unter dem Risikokapital Steuer Gesetz (Taxation Venture Capital and Miscellaneous Provisions Act 2004), profitieren.
  • Wer als Investor nach Neuseeland auswandert, ist für vier Jahre von der Steuerpflicht in Neuseeland befreit, soweit im Ausland erzielte Profite betroffen sind (ausländische Investoren wird die Einwanderung nach Neuseeland durch spezielle Investor Visa erleichtert).
  • Deutschland und Neuseeland haben ein Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen.
  • Bei dem Erwerb einer Immobilie in Neuseeland fällt keine Grunderwerbsteuer an.
  • Neuseeland ist eines der wenigen Ländern in dem es keine eigentliche Kapitalertragsteuer auf neuseeländische Anlagen erhoben wird. Dividendeneinkünfte und festverzinsliche Anlagen müssen allerdings versteuert werden.

Fazit

Ob sich eine Investition in Neuseeland gewinnbringend lohnt ist Einzelfall abhängig. Die wirtschaftlichen Vorteile einer Investition in Neuseeland können erheblich sein, sofern die Investition mit der Unternehmensstrategie des Investors im Einklang steht. Das Vorhaben sollte in jedem Fall von einem Anwalt, Steuerberater, und Einwanderungsberater geprüft werden, um hier optimale Lösungen zu finden. #investieren in Neuseeland

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